01.01.2017: Geringe Beitragserhöhungen bei der Arbeitslosenversicherung für Selbständige

Wer mit seiner beruflichen Selbständigkeit scheitert, kann Arbeitslosengeld beantragen. Voraussetzung ist: Er / Sie hat in die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige eingezahlt. Das sogenannte „Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag" muss innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit bei der Arbeitsagentur beantragt werden. Voraussetzung ist, dass der Antragsteller innerhalb der letzten 24 Monate vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit in einem Versicherungspflichtverhältnis nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III gestanden hat (z.B. einem Beschäftigungsverhältnis). Oder er muss vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit eine Leistung des SGB III bezogen haben (z.B. Arbeitslosengeld).

Der Beitragssatz für das Jahr 2017 liegt unverändert bei drei Prozent. Auf Basis der geplanten Bezugsgrößen von 2.975 Euro (West) und 2.660 Euro (Ost) liegt der monatliche Beitrag zur Arbeitslosenversicherung für Selbständige bei 89,25 Euro (West) bzw. 79,80 Euro (Ost).

Für Gründerinnen und Gründer besteht eine Sonderregelung: Sie zahlen ab dem Zeitpunkt der Gründung plus dem folgenden Kalenderjahr pro Monat nur die Hälfte: 44,63 Euro (West) und 39,90 Euro (Ost). Die Beiträge müssen an die Bundesagentur für Arbeit abgeführt werden.

Übrigens: Selbständige, die wiederholt ihre selbständige Tätigkeit zum Beispiel aus witterungsbedingten Gründen beenden und nach der Unterbrechung die gleiche selbständige Tätigkeit wieder neu aufnehmen, zahlen den vollen Beitrag, sofern bei ihnen die Startphase abgelaufen ist.

Zusätzlicher Hinweis: Die Höhe des Arbeitslosengeldes orientiert sich in der Regel nicht an den tatsächlichen Einnahmen aus der selbständigen Tätigkeit sondern an einem fiktiven Arbeitsentgelt. Dessen Höhe hängt unter anderem von den Beschäftigungsmöglichkeiten und der damit erforderlichen Qualifikation (den sogenannten Qualifikationsstufen 1 bis 4) ab.

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