Änderungen 2018

Wie jedes Jahr ergeben sich zum 01.01. eine Reihe von (Gesetzes-)Änderungen. Wir haben nachfolgend die Wichtigsten für Sie zusammengefasst.

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ab 2017  für Unternehmen nur noch elektronisch

Ab 2018 müssen alle Unternehmen, die ihren Gewinn mittels Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ermitteln, ihre Daten grundsätzlich elektronisch an ihr Finanzamt senden.

Für Land- und Forstwirte, Gewerbetreibende und Freiberufler, deren Betriebseinnahmen jährlich unter 17.500 Euro liegen, galt bislang eine Ausnahme-Regelung. Danach durften sie eine formlose Einnahmenüberschussrechnung bei ihrem Finanzamt einreichen. Ab dem Veranlagungszeitraum 2017 sind auch sie verpflichtet, das Steuerformular (Anlage EÜR) elektronisch, beispielsweise per „Mein ELSTER“ (www.elster.de), zu übermitteln. Bei steuerbefreiten Körperschaften (z.B. gemeinnützige Vereine) besteht eine Übermittlungspflicht nur für einen einheitlichen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb mit Einnahmen über 35.000 Euro.

 

Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter

Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zwischen 250 Euro (ab 01.01.2018) und 1.000 Euro liegen, gelten als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG). Unternehmen können geringwertige Wirtschaftsgüter (Kleinmöbel, Faxgeräte usw.) bis 800 Euro (ab 01.01.2018) entweder sofort, im Jahr der Anschaffung, abschreiben oder eine Poolabschreibung für Wirtschaftsgüter zwischen 250 Euro (ab 1.1.2018) und 1.000 Euro vornehmen. Bis zu 250 Euro (ab 01.01.2018) gilt: Sofortabschreibung oder Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Weitere Informationen: § 6 Abs. 2 EStG

 

Sozialversicherungswerte 2018:

Was ändert sich für Gründer und Unternehmer bei der Arbeitslosenversicherung, der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung? Wie hoch sind die Beiträge in 2018? Die Auflistung erfüllt nicht den Anspruch der Vollständigkeit. Aufkommende Fragen klären Sie bitte mit dem/den zuständigen Sozialversicherungsträger.

Rentenversicherung

Beruflich Selbständige, die bei der Deutschen Rentenversicherung freiwillig versichert sind, zahlen einen Beitrag von monatlich mindestens 83,70 Euro und höchstens 1.209,00 Euro (West) und 1.078,80 (Ost) (2018). Der Mindestbeitrag entspricht 18,6 Prozent eines monatlichen Bruttoeinkommens von 450 Euro. Sie können auch höhere Beiträge zahlen, allerdings nur bis zu einem Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Diese liegt bei einem Bruttoeinkommen von 6.500 Euro (West) bzw. 5.800 Euro (Ost) pro Monat (2018).

Abeitslosenversicherung für Selbständige

Der Beitragssatz für das Jahr 2018 liegt bei 3,00 Prozent. Auf Basis der Bezugsgrößen von 3.045 Euro (West) und 2.695 Euro (Ost) liegt der monatliche Beitrag zur Arbeitslosenversicherung für Selbständige bei 91,35 Euro bzw. 80,85 Euro.

Für Gründerinnen und Gründer besteht eine Sonderregelung. Sie zahlen ab dem Zeitpunkt der Gründung plus dem folgenden Kalenderjahr pro Monat nur die Hälfte: 45,68 Euro (West) und 40,43 Euro (Ost). Die Beiträge müssen an die Bundesagentur für Arbeit abgeführt werden.

Krankenversicherung

Für freiwillig versicherte Selbständige sowie Versicherte der Künstlersozialkasse beträgt der allgemeine Beitragssatz 14,60 Prozent (2018). Mit dem allgemeinen Beitragssatz haben Sie bei Arbeitsunfähigkeit einen Anspruch auf Krankengeld. Die Entscheidung für eine Absicherung mit Krankengeld liegt bei Ihnen. Der Abschluss dieses Wahltarifs hat eine dreijährige Bindung an die gesetzliche Krankenkasse zur Folge. Alternative: Sie versichern sich über den ermäßigten Beitragssatz von 14,00 Prozent und schließen zusätzlich eine Krankentagegeld-Zusatzversicherung bei einer privaten Krankenversicherung ab.

Darüber hinaus können die Krankenkassen einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern verlangen. Dessen Höhe legt jede Krankenkasse für sich fest. Bitte erkundigen Sie sich daher bei Ihrer Krankenkasse.

Für diejenigen, die bereits Mitarbeiter beschäftigen: Der Arbeitgeberbeitrag beträgt im Jahr 2018 7,30 bzw. 7,00 Prozent bei einem ermäßigten Beitrag.

Pflegeversicherung

Beruflich Selbständige sind über die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung gleichzeitig auch pflegeversichert. Der Beitragssatz liegt bei 2,55 Prozent (2018) des Einkommens für Versicherte mit Kindern. Für Versicherte ohne Kinder beträgt er 2,80 Prozent.

Künstlersozialabgabe

Unternehmen, die Künstler oder Publizisten beauftragen, müssen eine Künstlersozialabgabe an die Künstlersozialkasse abführen. Sie sinkt zum 01.01.2018 von 4,80 auf 4,20 Prozent. Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe sind alle in einem Kalenderjahr gezahlten Entgelte an selbständige Künstler und Publizisten.

 

Werkvertrag

Bei einem Werkvertrag verpflichten Sie sich, eine Leistung gegen eine festgelegte Bezahlung zu erbringen.

Werkverträge kommen zustande, wenn zum Beispiel ein Bauunternehmen ein Haus baut, ein Tischler einen Schrank herstellt oder eine Softwarefirma eine bestimmte Software für ein Unternehmen entwickelt.

In der Praxis sind sich Auftraggeber und Auftragnehmer nicht immer einig darüber, ob das geschaffene Werk ordnungsgemäß erstellt wurde und die vereinbarten Eigenschaften besitzt. Je genauer die Vertragspartner die erwartete Leistung im Vertrag beschreiben, umso weniger Streit kann entstehen. Informieren Sie sich auch vor Vertragsschluss über die Regelungen des Werkvertragsrechts z.B. bei Ihrer Kammer. Berücksichtigen Sie bei der Erstellung Ihrer Vertragsmuster auch die Neuregelungen, die ab 01.01.2018 gelten:

Abschlagszahlungen: Der Auftragnehmer kann Abschlagszahlungen in Höhe des Wertes (und nicht in Höhe des Wertzuwachses) der erbrachten und vertraglich vereinbarten Leistungen verlangen. (§ 632a BGB)

Abnahme: Wenn der Auftraggeber das Werk nicht innerhalb einer vom Auftragnehmer gesetzten angemessenen Frist abnimmt oder die Abnahme ohne Benennung von Mängeln verweigert (§ 640 Abs. 2 BGB), tritt die sog. Abnahmefiktion ein. Damit gilt das Werk als abgenommen. Handelt es sich bei dem Auftraggeber um einen Verbraucher, muss dieser zusammen mit der Abnahmeaufforderung schriftlich darüber informiert werden, welche Folgen es hat, etwaige Mängel nicht zu benennen.

Kündigungsrecht: Sowohl Auftragnehmer als auch Auftraggeber haben das Recht, den Vertrag fristlos zu kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 648a BGB).

Bei Mängeln gilt:

Nacherfüllungsanspruch: Bei Mängeln kann der Auftraggeber den Auftragnehmer entweder zur Nachbesserung auffordern oder einen des Teil des Werklohns zurückbehalten bis die Nachbesserung durchgeführt ist. Der Auftragnehmer kann entscheiden, ob er den Mangel beseitigen oder das mangelhafte Werk neu herstellen möchte.

Eigennachbesserung: Der Auftraggeber kann nach erfolgloser Fristsetzung zur Nacherfüllung das Werk entweder selbst oder durch Dritte nachbessern. Der Auftragnehmer hat dafür die Kosten zu tragen.

Minderung der Vergütung: Der Auftraggeber kann die Vergütung herabsetzen, wenn das Werk nicht nachgebessert wird.

Die Rechte des Auftraggebers bestehen dabei zum Teil nebeneinander.

 

Reisekostenvergütung ab 2018

Mit Schreiben vom 08.11.2017 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Übersicht der Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsdienstreisen ab 01.01.2018 bekannt gemacht.

Zum Schreiben des BMF

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